Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,

unser Kinderrechtsteam Nojoud hat im August 2015 seine Arbeit eingestellt, weil wir nach unserem Abitur verschiedene Wege gehen. Wir wollen unsere Homepage aber weiter zugänglich halten, weil wir denken, dass sich hier viele interessante Informationen und Anregungen für Kinderrechtsarbeit finden.

In diesem Sinne viel Spaß beim Stöbern,

im Namen des Kinderrechtsteams
Sophie Uhing

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Motivation zum Ende des Engagements „Jugendfriedenspreis 2014“ für das „Team Nojoud“

Gleich zwei Gruppen ist jüngst im Peterhofkeller der Universität Freiburg der „Jugendfriedenspreis 2014“ der Deutschen Gesellschaft der Vereinten Nationen (DGVN) verliehen worden. Eine davon ist das im Februar 2009 von Sophie Uhing und neun Freunden gegründete „Team Nojoud“ aus Rastatt, wie die DGVN mitteilt. Das Kinderrechtsteam von „terre des hommes“ teilt sich den mit 1000 Euro dotierten Preis mit dem Team des „Abenteuerzeltlagers Wildwuchs Westallgäu“, durfte sich also außer über eine Urkunde auch über 500 Euro freuen.

Jahrelanger Einsatz für Kinderechte gewürdigt

Der DGVN-Jugendfriedenspreis wird seit 2012 auf Landesebene in Baden-Württemberg vergeben und würdigt ehrenamtliches Engagement junger Menschen im weiten Feld der Aufgabenbereiche der Vereinten Nationen, wie es in einer Pressemitteilung der DGVN heißt. „Wir leben in einer Welt. Unsere Anerkennung gebührt denjenigen, die sich dafür engagieren, sie friedlich und gerecht zu gestalten“, verwies DGVN-Vorsitzender Detlef Dzembritzki der Mitteilung zufolge auf die Kernbotschaft des Jugendfriedenspreises und würdigte das vorbildliche Engagement der Preisträger. Auch alle weiteren Redner lobten die Übernahme von Verantwortung für ein friedliches und gerechtes Miteinander oder verwiesen auf den „wertvollen pädagogischen und friedenspolitischen Hintergrund der Projekte“.

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Und was hat das „Team Nojoud“ mit dem Preisgeld vor? „Wir werden es terre des hommes spenden“, verrieten die Repräsentanten des Team Nojoud. Mit dem Ziel, „den Menschen in unserer Region das Thema ,Kinderrechte‘ nahezubringen beziehungsweise auf Verletzungen von Kinderrechten aufmerksam zu machen“, hat die zehnköpfige Gruppe in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt. Dazu zählen unter anderem die gegen den Einsatz von Kindersoldaten gerichtete Kampagne „Red Hand“ oder das Projekt „Straßenkinder für einen Tag“, das es Kindern ab der sechsten Klasse einen Tag lang ermöglichte, Einblick in das Leben eines Straßenkindes zu nehmen „und so ein tieferes Verständnis für die Situation von Millionen anderer Kinder zu entwickeln“.

Es gehe letztlich darum, die Menschen zum Nachdenken anzuregen und ihnen aufzuzeigen, unter welchen Lebensbedingungen viele Kinder leben müssen. Da die Schüler direkt vor dem Abitur stehen, habe der Preis für sie auch eine symbolische Bedeutung, stelle er für sie auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt doch einen „motivierenden Abschluss unserer Arbeit“ dar. „Wir hoffen, dass das Projekt durch den Preis neue Aufmerksamkeit erhält, die den einen oder anderen Schüler dazu motiviert, sich im Projektteam zu engagieren.“ Sie selbst wollen sich auch weiterhin für das Thema „Kinderrechte“ einsetzen, egal, wohin es sie auch verschlägt. „Nojoud“, der Name der Gruppe, leitet sich übrigens ab von dem Namen eines Mädchens aus dem Jemen, das mit zehn Jahren zwangsverheiratet und missbraucht wurde, sich aber nicht fügte, sondern vor einem Gericht in Jemens Hauptstadt Sana die Scheidung erstritt und ihre Geschichte in dem Buch „Ich, Nojoud, zehn Jahre, geschieden“ erzählt.

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Badische Neueste Nachrichten 3. März 2015
Text: BNN-Mitarbeiter Ralf Joachim Kraft


Internationale Jugendliche zu Gast am Tulla-Gymnasium in Rastatt

Precious, Kick und Rahma haben ein strammes Programm vor sich: Die drei jungen Frauen aus Südafrika, Thailand und Indonesien sind im Tulla Gymnasium und haben Bilder und viele Infos mitgebracht von den Orten, in denen sie leben und sich engagieren. Alle drei kommen aus Projekten, in denen es um Umwelt- und Gewässerschutz sind. Die Projekte werden von terre des hommes gefördert. Wasser und der Schutz dieses kostbaren Guts ist das übergreifende Thema. Wie sie sich für sauberes Wasser in ihren ganz unterschiedlichen Lebenswelten engagieren, erzählen sie heute Schülerinnen und Schülern aus den 6., 10. Und 11. Klassen am Gymnasium. Warum sie eigentlich hier sind, wird als erstes gefragt. Precious erklärt, dass sie eine Internationale Jugendkonferenz für das Recht auf Wasser besucht haben. Die hat am 22. März, dem Weltwassertag, stattgefunden. In Osnabrück hatten sich 150 deutsche Schülerinnen und Schüler und acht junge Menschen aus den Projekten von terre des hommes über Umweltschutz und die Bedeutung von Wasser ausgetauscht.

BildDie Schüler staunten nicht schlecht, als sie von Precious aus Südafrika erfuhren, dass sie in der Nähe einer Ölraffinerie wohnt. In Durban, der Heimatstadt der 19-jährigen, ist es normal, dass sich eine ganze Wohnsiedlung direkt neben Industriegebieten befindet. In den Schulen in dieser Gegend Durbans wird denn auch häufig der Ernstfall geprobt, wenn es eine Explosion oder andere Unfälle in den nahen Fabriken gibt. Dann gilt es, so schnell wie möglich alle Kinder in Sicherheit zu bringen. Mit dem täglichen Risiko und den stinkenden Gerüchen und verseuchten Abwässern müssen die Menschen in diesem Teil Durbans ebenfalls leben. Isabel Meyer  aus der 11. Klasse ist beeindruckt: „Der Vortrag hat bei mir viele neue Eindrücke hinterlassen. Eigentlich weiß man von der Umweltverschmutzung in anderen Ländern. Wenn dann aber Jugendliche, die auch nicht viel älter sind als wir, von der Situation berichten, dann ist uns das Thema viel präsenter.“

Kick, die eigentlich Yaowalak heißt und aus Thailand kommt, berichtet von der Kampagne „Our Rivers – Our Life“, an der sich neben Thailand noch sechs andere Länder Südostasiens beteiligen. Ziel ist, die großen Flüsse wie den Mekong, Cisadane und Salween zu schützen – und damit die Lebensgrundlage von Millionen Menschen zu sichern. Auch Rahma aus Indonesien engagiert sich für saubere Flüsse und erklärt den erstaunten Schülern aus Rastatt, dass sich viele Unternehmen an Flüssen ansiedeln und ihre Abwässer einleiten. Spannend, so war der Tenor der Tulla-Gymnasiasten. Es sei eben doch was anderes, von Umweltverschmutzungen im Fernsehen oder Zeitungen zu erfahren oder Gleichaltrige vor sich zu haben, die davon erzählen, wie es in ihren Ländern um den Umweltschutz bestellt ist. Antonija Prgomet  aus der 6. Klasse: „Ich fand den Vortrag sehr cool. Dabei habe ich viel gelernt, da ich von einigen Dingen erfahren habe, von denen ich nichts wusste. So hat mich die andere Lebensweise erstaunt. Und Tim Mühlig-Versen ergänzt: „Der Vortrag war sehr interessant. Ich finde das Engagement der drei Mädchen toll und bin erstaunt, dass sie so viel auf die Beine stellen und schon Bewusstsein bei kleinen Kindern wecken.“IMG_4451

Rastatter Schloss


Straßenkind für einen Tag: Wertvolle Erfahrungen gesammelt

Es war kalt in der Fußgängerzone, als eine ganze Gruppe Sechstklässler bettelten. Mehr noch als unter den Temperaturen litten die jungen Gymnasiasten allerdings unter den Reaktionen mancher Passanten. Denn wirklich betteln brauchten die Tullaner nicht. Sie beteiligten sich vielmehr an der bundesweiten Aktion „Sichtwechsel“ von terre des hommes und wollten einen Tag lang nachempfinden, wie sich ein Straßenkind fühlen mag.Straßenkind für einen Tag

Nicht zum ersten Mal ist das Tulla mit dabei. Einige der älteren Schüler gehören der Jugend-AG Nojoud an. Während die Älteren wie Sophie Uhing und Marie-Lena Bertsch hinter den Kulissen tätig waren und in erster Linie den Info- Stand betreuten, gingen Schüler der sechsten Klassen „betteln“.

Selbst gemachte Bauchläden aus alten Kartons und ein paar kleine Geschenke vom Schulheft über Luftballons bis hin zu Streichholzschachteln hatten sie darin arrangiert. „Da muss man doch was tun“, ist Antonija völlig fassungslos angesichts des Desinteresses/das ihnen zuweilen entgegen schlug. Während viele Passanten schon von weitem abwinkten, den Kopf abwandten oder einfach möglichst schnell an den Kindern vorbeiliefen, erzählt sie von den Vorbereitungsstunden auf die Aktion.

Sophie hat Bilder mitgebracht, hat erzählt und den Schülern erklärt, wie man am besten auf die Passanten zugeht. Lebendiger Unterricht, der nicht einfach verpufft ist, erzählt Lauris von Kindern, die unmittelbar an der Straße schlafen, nur zwei Handbreit weg von den vorüberfahrenden Autos, von Menschen, die über die Schlafenden hinwegsteigen und sich sicher auch nicht scheuen auf sie zu treten. Dass die Passanten nicht einmal mit ihnen ins Gespräch kommen wollten, sondern von vorneherein abwinkten, traf die Kinder ganz besonders. „Ich will niemals so werden und ich glaube auch nicht, dass ich diese Bilder und diesen Tag jemals vergessen werde“, besinnt sich Antonija auf ihre Sozialkompetenzen.

Doch Tim lässt sich von solchen kleinen Niederlagen nicht einschüchtern. Tapfer geht er weiter, präsentiert den Menschen in der Poststraße sein schönstes Lächeln. „Mir macht das nichts aus. Ich kann gut auf Menschen zugehen“, sagt er, während Dominik und Daniel sich um den Bauchladen und die Flyer kümmern. Manche hören zu, andere laufen weiter. Auch das Lachen der anderen Kinder, die sie beobachten, kann ihn nicht aus der Fassung bringen.

„Ich bin begeistert“, gratulierte ihm Geschichtslehrerin Monika Gutmann, bei der sie eigentlich gestern Nachmittag Unterricht gehabt hätten. Straßenkind sein, das war jedoch etwas ganz anderes. „Das trifft mich ganz tief im Herzen, dass keiner helfen will“, bedauert Antonija. Ein klein bisschen was kommt am Ende doch zusammen: „Drei- oder vielleicht vierhundert Euro, schätze ich.“ Die wird Sophie weitergeben, damit die „Hilfe für Kinder in Not“ das Leid ein bisschen lindern kann.

BNN 22. November 2013, von BNN-Mitarbeiterin Christiane Krause

Straßenkind für einen Tag


Das Elend hinter der schönen Scheinwelt Ein Schüler-Kunstprojekt von Terre des Hommes

Gaggenau-Bad Kotenfels (khf). Der schöne Schein unserer oft sehr preiswer­ten und bunten Warenwelt hat auch eine Kehrseite, die acht Schülerinnen und Schüler des Kinderrechtsteams Nojoud von Terre des Hommes im Rahmen eines Kunstprojekts sichtbar machen wollen.

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Angeleitet von Beatrice Büchzel, schuf jeder Jugendliche am vergangenen Wo­chenende im Kunstraum der Eichel­bergschule ein Kunstwerk. Jede dieser Arbeiten be­leuchtet einen anderen Aspekt unse­rer schönen Waren­welt, bei der wir immer wieder gerne zu­greifen – je billiger, desto lieber. Dass der günstige Preis meist auch einen aus­gesprochen widerlichen Aspekt hat, ist kaum jemandem bewusst und daran wollen die Jugendlichen mit ihrer Kunst etwas ändern. Viel zu oft steckt nämlich hinter den für wenig Geld angebotenen technischen Geräten wie Smartphones oder Tablets und hinter der kostengüns­tigen Mode die rücksichtslose Ausbeu­tung von Kindern in Asien, Südamerika oder Afrika. Genau das wollen die Ju­gendlichen mit ihren im wahrsten Sinne des Wortes hintergründigen und doppel­gesichtigen Arbeiten zeigen: Die Bilder bestehen aus einem auf der Vorderseite mit Gaze bespannten Holzrahmen und einer festen Rückseite mit einer Collage oder einem gemalten Bild.

Auf der Gaze, also auf der Oberfläche des Werks nicht weniger als auf der Oberfläche „der Wirklichkeit, zei­gen die Bilder die schönen Dinge des modernen Lebens wie Mode oder elektronische Geräte; wenn man die Bil­der aber beleuchtet, erscheint hinter der Gaze eine ganz andere, gar nicht schöne Welt, eine Welt, in der all‘ diese Dinge hergestellt werden und eine Welt, die nicht mehr verheimlicht, dass wir zu oft nur deshalb so preiswert über diese Din­ge verfügen können, weil sie unter un­menschlichen Bedingungen und oft von Kinderhänden hergestellt wurden.

In den Bildern der Kinderrechtsgruppe geht es nicht allein um den Missbrauch von Kindern als billige Arbeitskräfte, sondern auch um deren Einsatz als Kin­dersoldaten. Einer der Jugendlichen hat sich für sein Bild genau dieses Thema vorgenommen und ein bemerkenswert anschauliches Bild geschaffen.

Mit der Problematik beschäftigt sich die Kinderrechtsgruppe von Terre des Hommes schon lange. Sophie Uhing ver­rät, was sie dazu brachte, sich nun auf künstlerische Art mit dem Thema zu be­fassen. Es ist ein von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ausgeschriebener Wettbewerb. Vor zwei Jahren hatte die Gruppe schon einmal an einem ähnlichen Wettbewerb erfolg­reich teilgenommen und 1.000 Euro Preisgeld erhalten. „Damals haben wir 750 Euro für die Arbeit von Terre des Hommes gespendet, den Rest haben wir für eigene Projekte verwendet“, meint Sophie Uhing. Hätte man erneut Erfolg, will die Gruppe mit dem Preisgeld ähnlich verfahren.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Badischen Neuesten Nachrichten

BNN 28. Januar 2013, Text und Bild: Fischer


Deine Idee für Rio

Während in Deutschland Trinkwasser verschwendet wird, sterben auf der Welt jährlich immer noch 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die durch verunreinigtes Trinkwasser hervorgerufen werden. Um auf diese und andere Umweltskandale aufmerksam zu machen und sich für Besserungen einzusetzen, hat terre des hommes die Kampagne „Kinder haften für ihre Eltern“ ins Leben gerufen. In diesem Rahmen wurde die Aktion „Deine Idee für Rio“ gestartet, bei der weltweit rund 2000 Banner von Kinder- und Jugendgruppen mit Forderungen und Wünschen zu ökologischen Kinderrechten bemalt wurden. Anschließend wurden diese Banner bei verschiedensten Aktionen vor und während der UNO-Umweltkonferenz in Rio eingesetzt.

Die UN-Nachhaltigkeitskonferenz fand im Juni in Rio de Janeiro in Brasilien statt. Schon zwei Wochen vorher begannen die ersten Veranstaltungen des Rahmenprogramms. Dazu gehörten der offizielle Jugendgipfel (Youth Blast) oder der Gipfel der Zivilgesellschaft, auch als People’s Summit bekannt. Terre des hommes wurde dabei von einer internationalen Jugenddelegation vertreten. Gemeinsam haben wir bei verschiedenen Gelegenheiten eine Auswahl an Bannern präsentiert, in Workshops neue Banner gestaltet und mit diesen zum Beispiel an einer Demonstration in Rio teilgenommen und uns für die Durchsetzung unserer Forderung nach ökologischen Kinderrechten eingesetzt.

Obwohl von Anfang an klar war, dass die Konferenz nicht das bewirken würde, was eigentlich notwendig wäre, ist das Ergebnis enttäuschend. Terre des hommes beispielsweise wollte erreichen, dass in das Abschlussdokument die Forderung nach einer Ombudsstelle aufgenommen wird. Die Ombudsperson soll politische Entscheidungen auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüfen, Informationsstelle sein und sicherstellen, dass auf die Interessen zukünftiger Generationen Rücksicht genommen wird. Selbst dieses Ziel konnte nicht erreicht werden. Mal wieder hat sich gezeigt, dass wir junge Menschen uns auf die Politiker auf so großen Konferenzen nicht verlassen sollten. Aber: Immerhin hatten wir die Möglichkeit, den deutschen Umweltminister Peter Altmaier sowie deutsche Bundestagsabgeordnete zu treffen und uns so für eine Ombudsstelle wenigstens in Deutschland einzusetzen. Damit bleibt die Hoffnung, dass wir das zumindest in Deutschland durchsetzen. Gut war auch, dass wir beispielsweise auf dem offiziellem Jugendgipfel die Chance bekamen, Erfahrungen auszutauschen, zu diskutieren, an Workshops teilzunehmen und uns zu vernetzen. Gerade internationale Vernetzung ist ein wichtiges Element, um zukünftig mehr Druck auf Politiker/innen auszuüben. Außerdem sollte die Wirkung der Öffentlichkeitsarbeit nicht unterschätzt werden. Die Medienberichterstattung hat die vielfältigen Umweltprobleme zumindest für eine paar Wochen wieder in den Vordergrund gerückt. Vielleicht führt dies zu einem Bewusstseinswandel und damit zu einem veränderten Handeln der Menschen, schließlich steht unsere Zukunft auf dem Spiel.


Die schmutzigen Machenschaften der Markenfirmen

Wusstet ihr, dass
… 73 Millionen Kinderarbeiter unter 10 sind???
… 100 Millionen Kinder keine Grundschule besuchen können???
… 22 000 Kinder jährlich durch Arbeitsunfälle sterben???
… 5 ,7 Millionen Kinder in Schuldknechtschaft arbeiten???
… allein in Asien sind 15 Millionen Menschen, Erwachsene wie Kinder, in Sklaverei leben???

Doch was haben Markenfirmen damit zu tun? Markenfirmen präsentieren sich meistens als verantwortungsvolle, nachhaltig agierende Unternehmen, denen das Wohl ihrer Arbeiter besonders am Herzen liegt. Dass dem oft nicht so ist, zeigen zahlreiche Reportagen und Organisationen, die die Umstände aufdecken, unter denen ArbeiterInnen in Ländern wie Bangladesh, Indien oder Kambodscha arbeiten müssen. Hungerlöhne, Belästigungen im Betrieb, kaum oder gar kein Urlaub, Überstunden und Kinderarbeit sind an der Tagesordnung, während die Konzerne fette Gewinne machen, zum Teil über eine Milliarde Euro.
Schaut man sich auf der Homepage so manches Markenkonzerns um, stößt man oft auf Erklärungen, wonach den Firmen das Wohl der Beschäftigten besonders wichtig ist. Schön und gut, der Haken dabei ist nur, dass die meisten Konzerne Arbeiten von Subunternehmen verrichten lassen. Die haben, was Beschäftigungsbedingungen angeht, oftmals freie Hand.
Als Verbraucher kann man etwas dagegen unterneh:men. Zum Beispiel:

  • Informiert euch im Internet über die Produktionsbedingungen bei den Markenfirmen, die ihr bevorzugt. Werden grundlegende Mindestarbeitsbedingungen verletzt, protestiert per Mail oder Brief und wechselt ggf. die Marke.
  • Prüft, ob ihr nicht auch Produkte aus „fairem Handel“ kaufen könnt. Es gibt mittlerweile „faire Produkte“ aus allen Bereichen von Nahrungsmitteln bs hin zu Kleidung. Wem das zu teuer ist, der kann zumindest Produkte mit einem Bio-Siegel kaufen. Die ist zwar nicht unbedingt wirklich fair produziert, aber immerhin nachhaltig.

Zum Glück gibt es auch positive Beispiele, wie das Label der „Fair Wear Foundation“ beweist. Das ist eine Organisation, die Standards vorgibt, welche unabhängig überwacht werden müssen. Viele der Marken, die dieses Label tragen, produzieren in Billiglohnländern. Dies zeigt, dass man eine Firma nicht gleich verurteilen soll, nur weil sie in Entwicklungsländern produziert. Auch die Menschen dort wollen Arbeitsplätze haben, aber mit angemessenen Arbeitsbedingungen.

Weitere Informationsquellen:
Bücher/Printmedien: 

  • Uns gehört die Welt von Klaus Werner-Lobo, Hans Weiß, 
  • Unsere Kinderrechtszeitung zum Thema Kinderarbeit (www.team-nojoud.de)

 Internet: