Motivation zum Ende des Engagements „Jugendfriedenspreis 2014“ für das „Team Nojoud“

Gleich zwei Gruppen ist jüngst im Peterhofkeller der Universität Freiburg der „Jugendfriedenspreis 2014“ der Deutschen Gesellschaft der Vereinten Nationen (DGVN) verliehen worden. Eine davon ist das im Februar 2009 von Sophie Uhing und neun Freunden gegründete „Team Nojoud“ aus Rastatt, wie die DGVN mitteilt. Das Kinderrechtsteam von „terre des hommes“ teilt sich den mit 1000 Euro dotierten Preis mit dem Team des „Abenteuerzeltlagers Wildwuchs Westallgäu“, durfte sich also außer über eine Urkunde auch über 500 Euro freuen.

Jahrelanger Einsatz für Kinderechte gewürdigt

Der DGVN-Jugendfriedenspreis wird seit 2012 auf Landesebene in Baden-Württemberg vergeben und würdigt ehrenamtliches Engagement junger Menschen im weiten Feld der Aufgabenbereiche der Vereinten Nationen, wie es in einer Pressemitteilung der DGVN heißt. „Wir leben in einer Welt. Unsere Anerkennung gebührt denjenigen, die sich dafür engagieren, sie friedlich und gerecht zu gestalten“, verwies DGVN-Vorsitzender Detlef Dzembritzki der Mitteilung zufolge auf die Kernbotschaft des Jugendfriedenspreises und würdigte das vorbildliche Engagement der Preisträger. Auch alle weiteren Redner lobten die Übernahme von Verantwortung für ein friedliches und gerechtes Miteinander oder verwiesen auf den „wertvollen pädagogischen und friedenspolitischen Hintergrund der Projekte“.

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Und was hat das „Team Nojoud“ mit dem Preisgeld vor? „Wir werden es terre des hommes spenden“, verrieten die Repräsentanten des Team Nojoud. Mit dem Ziel, „den Menschen in unserer Region das Thema ,Kinderrechte‘ nahezubringen beziehungsweise auf Verletzungen von Kinderrechten aufmerksam zu machen“, hat die zehnköpfige Gruppe in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt. Dazu zählen unter anderem die gegen den Einsatz von Kindersoldaten gerichtete Kampagne „Red Hand“ oder das Projekt „Straßenkinder für einen Tag“, das es Kindern ab der sechsten Klasse einen Tag lang ermöglichte, Einblick in das Leben eines Straßenkindes zu nehmen „und so ein tieferes Verständnis für die Situation von Millionen anderer Kinder zu entwickeln“.

Es gehe letztlich darum, die Menschen zum Nachdenken anzuregen und ihnen aufzuzeigen, unter welchen Lebensbedingungen viele Kinder leben müssen. Da die Schüler direkt vor dem Abitur stehen, habe der Preis für sie auch eine symbolische Bedeutung, stelle er für sie auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt doch einen „motivierenden Abschluss unserer Arbeit“ dar. „Wir hoffen, dass das Projekt durch den Preis neue Aufmerksamkeit erhält, die den einen oder anderen Schüler dazu motiviert, sich im Projektteam zu engagieren.“ Sie selbst wollen sich auch weiterhin für das Thema „Kinderrechte“ einsetzen, egal, wohin es sie auch verschlägt. „Nojoud“, der Name der Gruppe, leitet sich übrigens ab von dem Namen eines Mädchens aus dem Jemen, das mit zehn Jahren zwangsverheiratet und missbraucht wurde, sich aber nicht fügte, sondern vor einem Gericht in Jemens Hauptstadt Sana die Scheidung erstritt und ihre Geschichte in dem Buch „Ich, Nojoud, zehn Jahre, geschieden“ erzählt.

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Badische Neueste Nachrichten 3. März 2015
Text: BNN-Mitarbeiter Ralf Joachim Kraft

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